dem Verlangen folgen

dem Verlangen folgenWir leiden, weil wir so viel Wünsche haben, die sich durchaus erfüllen aber dann weitere Wünsche verursachen

Der Begierde zu folgen, sie zu erfüllen zu versuchen und darauf hinzuarbeiten, führt nur zu Unzufriedenheit. Wir folgen dem Begehren und klammern uns an die “samsarischen Perfektionen” und arbeiten mit großer Mühe daran, das zu bekommen, was wir wollen; aber selbst wenn wir es bekommen, sind wir nicht zufrieden und arbeiten wieder daran, das Begehren zu erfüllen. Wenn wir nicht bekommen, was wir wollen, sind wir natürlich unzufrieden, aber selbst wenn wir es bekommen, sind wir immer noch nicht zufrieden. So geht es weiter und weiter und weiter und weiter, immer so weiter.

Wir arbeiten unentwegt daran, uns unsere Wünsche zu erfüllen und damit Befriedigung zu erlangen, auch zum Beispiel durch kriminelle Handlungen wie Stehlen. Selbst wenn wir in der Lage sind, im Geschäft gute Gewinne zu erzielen und hunderte oder tausende von Euros verdienen, denken wir immer noch: “Das ist nicht genug, ich sollte mehr bekommen.” Tausend Euro sind immer noch nicht genug und selbst wenn wir tausende dieser Euros bekommen, wollen wir mehr als das – wir wollen eine Million Euro. Selbst wenn wir das verstehen, fehlt uns etwas im Kopf – es gibt etwas, das nicht ganz glücklich macht, nicht wirklich voll ist und sich vollständig anfühlt.

Wir arbeiten also unentwegt daran Wünsche zu erfüllen, aber wenn wir diesen Wünchen folgen, ist das Ergebnis immer Unzufriedenheit. Der Zweck unserer Arbeit ist es, unseren Wunsch zu erfüllen, aber das passiert nicht. Stattdessen gibt es Unzufriedenheit, so dass unsere Arbeit immer und immer wieder wiederholt wird, unser ganzes Leben lang. In diesem Leben hat unsere Arbeit kein Ende und ohne dass da eine Wahl wäre, endet unser Leben in Vergänglichkeit und Tod. Wir wandern immer noch im Samsara und die Kontinuität dieser Aggregate verbindet sich ununterbrochen mit dem nächsten Leben. Wir sind im Samsara gefangen und egal welche samsarischen Aggregate genommen werden, wieder ist es das Gleiche – wir arbeiten für das Begehren und wieder ist das Ergebnis: Unzufriedenheit. So geht es weiter und weiter und weiter und weiter und es geht immer so weiter.

Diese ewige Arbeit und unsere Unzufriedenheit haben keinen Anfang und solange wir für das Begehren arbeiten, haben unser Leiden und unsere Unzufriedenheit kein Ende. Sie gehen immer weiter. Also die Natur der Arbeit für das Begehren ist, dass man Unzufriedenheit bekommt.
Guru Shakyamuni Buddha sagte in den Sutra-Lehren, dass wir solange wir dem Wunsch folgen nicht zufrieden sein werden. Solange wir nicht auf das Begehren verzichten, werden wir nie zufrieden sein. Ich erinnere mich nicht genau an die Worte, aber was Guru Shakyamuni Buddha sagte war, dass die Person, die dem Begehren folgt, immer leidet und die Person, die mit der Dharma-Weisheit zufrieden wurde, ist stattdessen immer glücklich.
Die Praxis des Dharma bringt Zufriedenheit. Das bedeutet nicht, dass wir uns nur die Haare rasieren, Roben tragen oder uns umziehen müssen. Es bedeutet nicht, in einem Kloster oder Zentrum oder in einer Einsiedelei zu leben, oder einfach nur Gebete zu rezitieren oder Stupas und Tempel zu umwandern. Es bedeutet nicht nur Meditation. Dharma zu praktizieren benötigt keine Aggregate.

Wie also bringt die Ausübung des heiligen Dharma Zufriedenheit und Frieden in unseren Geist?

Die Sorge um das Verlangen ist ein Problem, das grundlegende Verwirrung in unser Leben bringt. All die Probleme, über die wir im Westen in den Zeitungen oder im Fernsehen mit der Familie oder der einzelnen Person, was auch immer, lesen, hören oder sehen – all diese Probleme sind die Mängel, dem Wunsch zu folgen und samsarisches Glück und Perfektion zu suchen. Wir suchen Trost und die Freuden dieses Lebens, aber das Ergebnis des folgenden Begehrens ist der ungezügelte, unkontrollierte Geist. Wann immer wir beginnen, den heiligen Dharma zu praktizieren, genau in dieser Minute, genau zu dieser Zeit, ist das Ergebnis für unseren Geist Frieden, Entspannung und Ruhe.

Wenn wir viel Sorge und Angst haben, keine qualitativ besseren materiellen Besitztümer zu haben, sind wir immer damit beschäftigt uns darum zu kümmern, nicht mehr Dinge zu bekommen. Wenn wir eine Wohnung haben denken wir: “Ich brauche dies, ich brauche das.” Wir denken darüber nach, was das Haus braucht und wenn wir an unseren Komfort denken, machen wir so viele Listen mit Dingen. Wenn wir diese Angst und Sorge haben und plötzlich denken: “Das ist genug für mich”, können wir auf unseren Wunsch und unsere Unzufriedenheit verzichten. Auch wenn unser Verstand vorher sehr gestört war und wir mit der Sorge und Angst erfüllt waren, keine materiellen Dinge zu erhalten, bis wir plötzlich eines Tages die Entscheidung getroffen haben: “Oh, das ist ja eigentlich alles genug für mich, weil ich bin mir ja auch nicht sicher, wie lange ich mein Leben leben werde”, werden diese Ängste und Sorgen beendet. Sofort herrscht Frieden und Ruhe und unser Geist ist entspannt.

Wenn wir mit unserem Besitz unzufrieden sind und wir uns plötzlich zufrieden fühlen und denken: “Das ist genug, das ist okay”, das ist der wahre heilige Dharma. Wenn wir auf das Begehren verzichten, ist plötzlich ein großer Frieden in unserem Geist. Die unmittelbare Wirkung auf unseren Geist ist großer Frieden, Ruhe und Entspannung.

Kyabje Lama Zopa Rinpoche erklärte, dass das Begehren immer zu Unzufriedenheit führt, beim 14. Kopan-Kurs 1981. Dies ist ein bearbeiteter Auszug aus Lecture 15, Sektion vier des Kurses und übersetzt von Matthias Haase

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