inna de yard - kiddus I
Inna de Yard – The Channel: https://www.youtube.com/channel/UCoGcYNqDnsxQ2ydrZgVsYZQ

Mit die würdigste Zelebrierung eines ganz zu Recht jüngst definierten Weltkulturerbes ist das “Inna de Yard”-Projekt. Ich finde, seit mehr als 20 Jahren hat es nicht mehr einen solchen „Spirit“ gegeben. Das soll die Bezeichnung „Weltkulturerbe“ nicht nur verdeutlichen, sondern es hinterlässt eine Praxis, die bisher nur die Popkultur kommerziell missbraucht hat. Wie ich immer gesagt habe: die Kunst von Morgen gehört der Lebenserfahrung der Alten.

Weisgesichtige Durchschnitts-Deutschnixe erinnern sich mit Reggae maximal an Bob Marley, paar Kiffertypen mit Wurschtelfrisuren und irgendwie naja, heute würde leider schlimmeres gesagt sein dürfen: Ausländer. Ist bisschen so wie mit Pizza, Döner, Yoga und sonstigen Dingen, die sich nicht aus dem Horizont deutscher Wohnzimmerperspektiven ergeben haben. Es mag eben einer bis dahin gepflegten „Ordnung“ irritierend vorgekommen sein, das FLOW selbst schon Ordnung hat – nämlich die des Lebens.

Eine sehr beeindruckende Dokumentation ist hier entstanden, über die Ursprünge, Motive und dem liebevollen Praxisreichtum der Rastakultur und dem unübertroffenen Potential ihrer Musik. Dem Reggae. Es wirkt manchmal wie die „letzten Mühen Gottes“ etwas lebendig zu halten, was im Kern noch die Verbindung hält zu den Geistern einer Natur, die eine „babylonische Menschheit“ im Begriff ist zu zerstören.

Der Ursprung des Holocaust

Die Rastakultur lebt die Tragik vom Irrtum, die mit dem „weißen Mann“ vor 600 Jahren seinen Anfang genommen hat. Aus Missionierung wurde Kolonialisierung, gerechtfertigt im „Namen Gottes“ und mithilfe von Alkohol, reden wir von einer Zeit, wo weiße Westeuropäer dem afrikanischen Kontinent den Virus gepflanzt haben, der bis heute noch existiert. Der Bevölkerung das „Menschsein“ abgesprochen, sind ihre Bürger als „Ware“ für die „Neue Welt“ der Ausbeutungsrohstoff gewesen, der wo heute aus Öl besteht.

Nicht nur ausgebeutet, missachtet und ignoriert wurde die bis dahin in Afrika seit Jahrhunderten gepflegte Praxis von Spiritualität, Erfahrung und Natur (weil Familien, Dörfer und Verbindungen der Menschen zerrissen worden sind) – sondern aufgrund der in über drei Jahrhunderten gepflanzten „kolonial Sachzwänge“, nahezu bis auf die Grundfesten zerstört.

Aber was hat das alles mit Reggae zu tun?

Als im 16. und 17. Jhrdt. Die ersten „Sklaventransporte“ von Afrika in die „neue Welt“ organisiert wurden, mit spansichen, portugisischen und britischen Handels-Schiffen ihrer Zeit und die karibischen Buchten erreichten (für die Bestimmung der ersten Südstaaten-Kolonien nach Virginia) , waren selbst Vollprofis überfordert. (Zudem sei zu erwähnen, dass weder GPS exisitierte, noch sonst irgendeine Möglichkeit nach „extern“ zu kommunizieren.) Einfach deshalb weil zu dieser Zeit für diese Gegend a) wenig Karten existierten, b) viele falsch gewesen sind und es sich, c) dort um eines der gefährlichsten Gebiete für Seefahrer gehandelt hat: zu viele Riffs.

Diese Riffs (verhärtete Sandbänke, oder Gesteinsformationen unmittelbar unter der Wasseroberfläche) sind für die Holzschiffe des 16.Jhrdts um ein vielfaches gefährlicher als jeder versunkene Eisberg. Es passierte was passieren musste: diese Handelsschiffe, zum Teil auf die unwürdigsten Bedingungen mit mehr als 1500 Menschen „beladen“, liefen auf Riffs und gingen unter. Das Ganze, eine uns bis heute noch wenig bekannte, unfassbar menschliche Tragödie. Und natürlich haben auch damals welche überlebt. Wieviele, kann nur spekuliert werden … aber das ist die Ursache, das weit mehr als die Hälfte der karibischen Bevölkerung afrikanischen Ursprungs sind.

Die einen hatten mehr, die anderen hatten weniger „Glück“.

Jamaika hat sich seiner Position entsprechend in dieser „Bucht“ gerade in dieser Zeit als eine sehr hervorragende „Location“ herausgestellt, einer Menge krimineller Seeleute guten Unterschlupf zu bieten. Die „Romantik aller Piraten“ hat auch hier irgendwo ihren Ursprung. Der „Riff-Lage“ im Gewässer entsprechend, hat sich kein Handelsschiff im späten 17.Jhd. mehr in diese Gegend gewagt. Und selbst die, die in Jamaika ihren „Unterschlupf“ gefunden haben, mussten viele ihrer Schiffe „versenken“, weil auch die neuen Karten schnell wieder alt geworden sind.

Diverse finstere Gestalten trieben über Jahrzehnte in Jamaika ihr Unwesen, Pirat Morgan und Pirat Hawking sicherlich die Prominentesten. Es hat sich im Laufe der Jahre auf Jamaika eine Infrastruktur entwickelt, es gab einen Hafen, es sind Ortschaften entstanden (klein London). Bis es soweit gekommen ist, hat Queen Victoria Morgan für seine „eroberischen Taten im karibischen Meer“ geadelt (er war ein Mörder, ein Säufer, ein Dieb, ein Verbrecher , ein Hetzer und Menschenverachter und die optische Vorlage für Jonny Depp – https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Morgan) – die „Gelehrten“ streiten sich bis heute, aber Morgan (später Captain Sir Henry Morgan) hat sich das „Kolonialisierungs-Recht“ der Königin erschlichen. Seit dem ist Jamaika bis 1962 eine britische Kolonie gewesen.

So sind auch bis heute alle Nachnamen der ursprünglich afrikanischen Bevölkerung in Jamaika englisch.

Das „tiefe Gefühl einer Ahnung“ mancher dieser von den Sklavenschiffen überlendenden Menschen, hat schon vor Generationen wieder damit begonnen, auf eine sehr spirituelle Weise, mit den gewaltsam getrennten „geistigen“ Ahnen ihres afrikanischen Ursprungs Kontakt aufzunehmen. Der Ursprung der Rastas, die sich einer Praxis bedienen, die dazu führen soll, das Getrennte durch Reinkarnation wieder zu vereinen. Zurück zum Ursprung. Zurück zur Linie. Zurück zu den Wurzeln. Zurück zum ROOT!

Zurück zu den Wurzeln

Spiritual Rastafari

Als ein sehr nachhaltiges Opfer des kapitalistischen Systems, ist die Geschichte Jamaikas, die Geschichte von Menschenverachtung, Ausbeutung, Kolonialisierung und alles das, aus dem die Welt geworden ist, wie wir sie kennen. Der Ausdruck „Babylon“, als eine Verknüpfung zur biblischen Geschichte bezeichnet das spirituelle Disaster.

Daher ist es um so erstaunlicher, dass das nach Bob Marley oft zu Oberflächlichkeit verkommene Genre mit dieser Aktion eine Renaissance erlebt, die einem die Tränen in die Augen treiben. Wer sich das in einem intimen, mit sich ruhigen Moment zu Gemüte führen kann, erfährt die ganze Tiefe einer nach wie vor existenten Tragödie.

Reggae – der „Rohstoff“ Jamaikas

Wie sehr der „weiße Mann“ den coolen Rasta bewundert, ist der oft an Peinlichkeit nicht zu übertreffenden „Manie“ geschuldet, es ihnen auf eine Weise gleich zu tun. Es ist maximal das Zelebrieren einer betont individuellen Pop-Kultur, mit der sich hier zu Lande ohne Bob Marley so wie so nur schwer Geschäft machen lässt.

Wenn also nichts mehr ausgebeutet werden kann, kommen die „geistigen Rohstoffe“ auf den Tisch, eben solange damit Umsatz funktioniert. Und diese hier von mir sehr bewunderten Herren des gepflegten Rasta-Livings hauen es ihnen um die Ohren. Mit der ganzen Freiheit und Kraft, die aus dem Vertrauen kommt, welches der „weiße Mann“ und längst auch seine „weiße Frau“ nicht nur schon seit 2000 Jahren verloren haben, sondern versucht haben zu zerstören: in Namen von Gott, mithilfe von Alkohol und mit den Mitteln von Geld. Es ist wie ein Moment, das “kollektive Erwachen” auch von dieser Seite zu motivieren.

M.Haase

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